Interview mit Tom Bachinger zur Gay Reise nach Wien und Graz

Tom Bachinger local gay guide in Wien und Graz für Pink AlpineErkunde mit Pink Alpine auf einer Gay Reise die beiden wunderbaren Städte Wien und Graz! Wir zeigen dir die Highlights der beiden österreichischen Städte und du erkundest historische und kulturelle Sehenswürdigkeiten mit der “gay Brille” dank des lokalen Gruppenguides. Wir garantieren dir, dass diese City & Culture Reise dir neue Einblicke in beide Gay Städte geben wird, auch wenn du schon einmal dort warst! Im Interview zeigt der Pink Alpine Gruppenguide Tom Bachinger auf, wieso es sich bestimmt lohnt, mit ihm zusammen die beiden gayfriendly Städte Wien und Graz zu erkunden.

Wenn du einen Vergleich zwischen 1999 und heute machst, wie hat sich deine Heimatstadt Wien gewandelt?

Ich persönlich habe 2001 begonnen, hier in Wien in die schwule Szene wegzugehen. In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich definitiv viel in der Partyszene getan, aber auch generell in der Wahrnehmung der LGBT-Community im alltäglichen Leben und im Wiener Stadtbild. Damals gab es „nur“ das Why Not, der einzige gay Club, der wöchentlich offen hatte bzw. noch immer hat (Freitag, Samstag, vor Feiertagen) und eine Clubbingreihe namens „Heaven“, die jeden Donnerstag im U4, eine der ältesten und bekanntesten Diskotheken Wiens, stattfand. In den 2000ern hat sich (wie wahrscheinlich überall) die Clubbingkultur entwickelt, und es fand dann zumindest einmal im Monat noch eine gay Party statt. Mit den Jahren wurden es dann immer mehr Veranstaltungen, die auch unterschiedliche Musikstile angeboten und somit verschiedene Zielgruppen anzog (auch LGBT-Allies). Das war natürlich für die gay Szene damals aufregend, auf einmal gab es viel mehr Auswahl als immer nur die gleiche Diskothek. Zusätzlich fanden diese „neuen“ Parties in tollen, historischen Locations statt, die man normalerweise nicht unbedingt besuchen würde. Heute gibt es jedes Wochenende sogar zwei oder drei verschiedene Veranstaltungen für die Community, zusätzlich zu mehreren Bars und gayfriendly Restaurants.

Man konnte auch schön sehen, dass die Szene immer sichtbarer wurde. Ich kann mich erinnern, man musste noch im Jahr 2001 an einer Bar in Wien bei der Glocke läuten, damit dann die Tür geöffnet wurde. Das ist heutzutage überhaupt nicht mehr der Fall. Die LGBT-Community ist im heutigen Stadtbild Wiens sehr präsent, einerseits durch Lokale, Bars, Clubbings, jährliche Veranstaltungen wie die Regenbogenparade oder die EuroPride in 2019. Und andererseits auch durch bekannte Persönlichkeiten wie Politiker:innen, Künstler:innen, Schauspieler:innen, Musiker:innen, Sportler:innen und viele mehr, die sich öffentlich zur LGBT-Community zugehörig bekennen. Wien als Hauptstadt Österreichs zieht auch jedes Jahr viele junge Menschen an, die hier Fuss fassen, zu arbeiten oder studieren beginnen – somit wuchs auch die Community in den letzten Jahren immens an, daher ist die Szene auch in den letzten Jahren vielfältiger, bunter, auffälliger und grösser geworden.

Was muss man in Wien und Graz unbedingt gesehen haben?

Das ist eine ziemlich schwierige Frage, denn Wien bietet so viele Möglichkeiten für alle Interessen – egal wie lange man in Wien bleibt, es ist immer zu kurz. Natürlich ist die Wiener Innenstadt ein Muss mit den alten historischen Gebäuden und einem Aufenthalt in einem Wiener Kaffeehaus. Dort haben die Kellner den Ruf, immer schlecht gelaunt zu sein, was sehr oft auch stimmt, aber dann doch wieder eine charmante Art hat. Bei wärmerem Wetter muss man unbedingt in die Wiener Weinberge fahren, dort spazieren gehen und dann zu einem Wiener Heurigen – einem Weinlokal – einkehren. Das ist auch etwas sehr Typisches, was auch ich oft an Wochenenden mit Freunden und Familie mache – anstatt in ein Restaurant zu gehen, geht es in die Weinberge zu einem (oder mehreren) guten Glas Wein und deftige Hausmannskost. Und nachdem Wien den Ruf als die Hauptstadt der klassischen Musik hat, ist ein Konzert- oder Opernbesuch auch immer ein Muss. Persönlich versuche ich auch, regelmäßig das sehr vielfältige Kulturprogramm von Wien auszukosten – da hat man das ganze Jahr über unzählige Möglichkeiten.

Bei Graz finde ich es sehr schwierig, da ich selbst schon seit längerer Zeit nicht mehr dort war. Aber ich würde auch sagen, dass man den alten, historischen Stadtkern einfach nicht auslassen kann. In Graz haben die Habsburger auch ihre Spuren hinterlassen, somit findet man dort auch einige alte Kunstsammlungen in Museen. Graz liegt in der wunderschönen Steiermark und bietet daher viele Möglichkeiten, die Natur in der Umgebung zu erkunden – sei es durch Wandern oder durch Radfahren. Und es gibt die sogenannte „Steirische Weinstrasse“ – wie auch Wien ist Graz und dessen Umgebung eine bekannte Weingegend in Österreich, gegen ein wenig österreichische oder steirische Gemütlichkeit habe ich nie etwas einzuwenden.

Wo fühlst du dich in Wien oder Graz am wohlsten?

In Wien fühle ich mich natürlich in meiner Wohnung wohl – im urbanen Raum ist es mein Rückzugsort im Grossstadtdschungel. Aber ich bin auch gern in meinem Elternhaus, das befindet sich am Rande von Wien, wo bereits viel grün, viel Freiraum, viel Natur zu finden ist, aber man ist trotzdem schnell wieder zurück in der Stadt. Ich fühle mich auch auf meinen Inlineskates auf der Wiener Donauinsel sehr wohl – man kann gemütlich skaten gehen und bei warmem oder sogar heissem Wetter kann man einfach direkt in die Donau springen, um sich abzukühlen. Und dann sind auch die Wiener Weinberge ein toller Ort zum Entspannen, zu reflektieren und durch den Weitblick über die Stadt und die Donau (bei Schönwetter fast 50 km!) neue Energie zu tanken und mit neuen Ideen wieder zurückzukehren. Beruflich fühle ich mich aber auch inmitten all der historischen Gebäude sehr wohl – und wenn man die richtigen Wege durch Seitengassen weiss, entkommt man auch den immer mehr werdenden Touristen in der Wiener Innenstadt. Und so richtig abschalten kann man in den unzähligen Wiener Kirchen – obwohl ich nicht wirklich religiös bin, gibt einem die Ruhe, Stille und manchmal auch leise Musik in wunderschönen, alten Kirchengebäuden neue Kraft, auch wenn man nur kurze Zeit dort verbringt.

Wie oben erwähnt, war ich schon lange Zeit nicht mehr in Graz. Aber ich glaube, dass ich sowohl in der Natur in Graz‘ Umgebung als auch in der Stadt selbst schnell ein paar Lieblingsplätze finden werde.

Welche lokale Spezialität aus Wien und Graz sollte man sich nicht entgehen lassen?

In Wien darf man sich definitiv die ganzen Mehlspeisen, Kuchen, Torten mit einer Tasse Kaffee nicht entgehen lassen. Aber Achtung: man bestellt nicht nur „einen Kaffee“ – in Wiener Kaffeehäusern gibt es über 20 verschiedene Arten, wie ein Kaffee zubereitet wird, da muss man sich vorher bereits entscheiden (vielleicht ist dann auch der Kellner nicht mehr so schlecht gelaunt 😊). Ein Besuch bei einem Wiener Würstelstand muss auch sein – am besten probiert man dort eine „Käsekrainer“, eine Wurst mit geschmolzenem Käse, dazu Senf, eine Scheibe Brot und Wiener Bier. All das schmeckt besonders gut nach einer langen Nacht in einem Wiener Club. Und dann, wie bereits schon oft erwähnt, Wiener Wein und traditionelles Essen in einem Heurigen.

Graz bzw. die Steiermark ist bekannt für Kürbiskernöl und alles, was aus Kürbiskernen gemacht wird. Das sollte man sich definitiv nicht entgehen lassen – und man kann es auch gut als Souvenir mitbringen. Und ansonsten gibt es dort tolle Produkte, die oft direkt vom Bauernhof auf den Tisch kommen: Speck, Schinken, Käse, aber auch Obst und Gemüse. Ein Marketingslogan für steirische Äpfel lautet „frisch, saftig, steirisch“ – das heisst wohl, dass man auch köstliche Äpfel probieren sollte.

Vielen Dank Tom, für die vielen Tipps, Ratschläge und Einblicke in beiden Städten. Wir freuen uns, auf die beiden Gay Männer Städtereisen mit Tom Bachinger.

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26.1. – 1.2.2023: City & Culture in Wien und Graz

20.-26. April 2023: City & Culture in Wien und Graz

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